fbpx

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA veröffentlicht am 10. jeden Monats den World Agriculture Supply and Demand Estimate Report oder auch kurz den WASDE-Report. Dabei werden die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Angebots- und Nachfragesituation der wichtigsten Getreidesorten und Kulturpflanzen zusammengetragen. Dieser Bericht hat auf dem Gebiet eine sehr hohe Bedeutung, da die Beurteilung der jeweiligen Märkte (Weizen, Mais, Sojabohnen u.v.m) und damit einhergehend auch die weltweite Preisentwicklung dieser Produkte maßgeblich von den Prognosen dieses Berichts abhängen. Das spiegelt sich auch in den Börsenbewegungen wider, die kurz nach den monatlichen Veröffentlichungen des Berichts stattfinden. Die wohl relevantesten Kulturpflanzen hierbei sind Weizen, Mais und Sojabohnen, auf die im weiteren Verlauf des Beitrags genauer eingegangen werden soll.

Weizenpreis entspannt sich vorerst

Aufgrund einer geplanten Reduzierung der Weizenexporte sowie eines geplanten Anstiegs der Exportsteuern auf Getreide aus Russland, ist der Preis von Weizen zuletzt stark gestiegen und knackte sogar die Rekordmarke von 300 Euro. Zusätzlich wurde vermutet, dass durch starke Regenfälle in Australien auch die dortige Produktion zurückgehen wird. Anders als erwartet stieg aber die Produktionsmenge von Weizen im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Millionen Tonnen. Das lag vor allem daran, dass die Befürchtungen um die Situation in Australien und Russland bislang noch nicht eingetreten ist und Australien sogar mit 34 Millionen Tonnen Weizen, 2,5 Millionen Tonnen mehr ernten konnte als im November. Auch in Russland wurde eine Millionen Tonnen mehr Weizen produziert und in Kanada stieg die Erntemenge ebenfalls um 0,65 Millionen Tonnen. Die gestiegene Produktion sorgte im Umkehrschluss auch dafür, dass die Weizenpreise nach der Veröffentlichung des USDA-Berichts deutlich gefallen sind und sich mittlerweile wieder bei unter 285 Euro pro Tonne bewegen. Obwohl ein Anstieg von 2,4 Millionen Tonnen geschätzt wird, sind die globalen Endbestände noch immer geringer als in den vergangenen fünf Jahren.

Maisproduktion steigt stark

Die weltweite Produktion von Mais steigt im Vergleich zum Vormonat um über 4 Millionen Tonnen. Das liegt vor allem daran, dass in der EU 2,5 Millionen Tonnen und in der Ukraine 2 Millionen Tonnen mehr Mais produziert wurde und der Rückgang der Maisproduktion in China um ca. 0,5 Millionen Tonnen somit mehr als ausgeglichen werden konnte. Durch den Anstieg der Erntemenge, stiegen auch die Mais-Exporte aus der EU (+0,5 Millionen Tonnen) und der Ukraine (+1 Millionen Tonnen) und auch der globale Endbestand wird auf einen Anstieg von über eine Millionen Tonnen geschätzt. Das liegt neben der steigenden Endbestände in der EU und der Ukraine, aber ebenso an dem Anstieg der Endbestände in Mexiko. Sowohl an der MATIF in Paris als auch an der CBoT in Chicago blieb der Maiskurs seit Veröffentlichung des USDA-Berichts relativ konstant und schwankte nur sehr gering.

Sojabohnenproduktion -und bestände schrumpfen

Im Vergleich zum Vormonat wurden 2,2 Millionen Tonnen Sojabohnen weniger produziert. Das lässt sich vor allem auf den Produktionsrückgang in China zurückführen. Alleine in China wurden im Dezember 2,6 Millionen Tonnen Sojabohnen weniger geerntet als im November. Aber auch in Paraguay sank die Erntemenge um 0,5 Millionen Tonnen. Daraus resultiert auch ein Rückgang der Exporte aus den beiden Ländern um insgesamt 1,5 Millionen Tonnen. Die prognostizierten globalen Endbestände an Sojabohnen wurden um 1,8 Millionen Tonnen auf 102 Millionen Tonnen reduziert, was auch hauptsächlich an den abnehmenden Beständen in China liegt.

Der Preis für Sojabohnen an der CBoT stieg zunächst nach Veröffentlichung des USDA-Berichts um 10 US-Dollar, hat sich aber mittlerweile mit 1.260 US-Dollar / Tonne wieder auf fast dem exakt gleichen Preisniveau wie vor der Veröffentlichung des USDA-Berichts eingependelt.

Quellen:
(Agrarheute, USDA – United States Department of Agriculture – aktuelle News und Informationen | agrarheute.com)
(Kaack-Terminhandel, 15.12.2021, Weizenpreis – MATIF-Weizen – aktueller Weizenpreis (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 15.12.2021, CBoT-Mais – aktuelle Maispreise USA | Chicago Board of Trade Mais Futures | Corn Futures (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 15.12.2021, MATIF-Mais – aktueller Maispreis | Maiskurs | Mais-Chart (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 15.12.2021, CBot-Sojabohnen – aktuelle Soja / Sojabohnenpreise | Sojakurse | Sojachart (kaack-terminhandel.de))
(US Department of Agriculture, WASDE Report | USDA)
(Zinke, Agrarheute, 11.11.2021 Getreidepreise: Russland jagt die Weizenpreise auf 300 Euro | agrarheute.com)
(Zinke, Agrarheute, 09.12.2021, Weizenpreise brechen nach USDA-Report ein – die Gründe | agrarheute.com)