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Mit Schrecken und Fassungslosigkeit reagiert die Welt auf den Angriff Russlands auf die Ukraine. Eine tiefergehende Analyse dessen wird an dieser Stelle nicht stattfinden, da unsere Kernkompetenz nicht auf diesem Themengebiet liegt. Dennoch hat diese schreckliche Entwicklung auch Auswirkungen auf den Getreidemarkt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Weizenpreis erreicht Rekordwerte

Relativ schnell, nachdem klar war, dass Russland die Ukraine angreifen wird, sind die Weizenpreise nur so in die Höhe gesprungen. Mitte Februar haben wir noch berichtet, dass der Weizenpreis etwas steigt und zu der Zeit haben wir uns auf eine Steigung von 10 Euro bezogen. Kurz danach ist der Weizenpreis an der europäischen MATIF am 16.02. bis auf 263 Euro pro Tonne gesunken. Innerhalb der folgenden 13 Tage, explodierte der Weizenpreis und erreicht am heutigen 01.03. Werte von über 350 Euro pro Tonne. Damit ist der Preis in den letzten 13 Tagen um über 33% gestiegen und erreicht somit Rekordwerte.

Russland und Ukraine unter den Top-Weizenexporteuren

Die Ukraine und Russland befinden sich beide unter den mengenmäßig größten Weizenproduzenten und -exporteuren. Russland führt diese Liste an und die Ukraine exportiert am fünftmeisten Weizen und ist der siebtgrößte Produzent. Besonders in der Ost-Ukraine, die aufgrund der Separatisten-Gebiete Auslöser und Schauplatz des Krieges war, befinden sich viele Weizenfelder. Zusammengerechnet exportieren diese beiden Länder fast ein Drittel des weltweiten Weizens. Dementsprechend liegt es nahe, dass durch einen militärischen Konflikt und Handelssanktionen von den EU-Staaten gegenüber Russland in nächster Zeit ein Engpass diesbezüglich entstehen kann. Für Weizenexporteure aus anderen Länder ist eine deutlich höhere Nachfrage zu erwarten.

Mais und Sonnenblumenöl auch betroffen

Durch die geopolitische Krise ist nicht nur ein Engpass an Weizen zu erwarten, auch hinsichtlich Mais und vor allem Sonnenblumenöl könnten sich ähnliche Entwicklungen ergeben. Insgesamt produzieren Russland und die Ukraine gemeinsam ca. ein Fünftel des weltweit angebauten Mais, dabei belegt die Ukraine den weltweit siebten Platz. Anhand des Börsenkurses des Mais an der MATIF ist das auch abzulesen. Im gleichen Zeitraum stieg der Mais vom 16.02. von 248 Euro auf über 307 Euro pro Tonne am 01.03. Damit ist auch der Maispreis in weniger als zwei Wochen um fast 24% gestiegen.

Darüber hinaus wird in der Ukraine global am meisten Sonnenblumenöl hergestellt und die Anteile, die die Ukraine am Export dieser Waren hat, sind noch umfassender. Dementsprechend können wir uns auch in Bezug auf diese Produkte auf Lieferengpässe und weitere Preissteigerungen gefasst machen.

Weitere Entwicklungen

Derzeit ist es nicht möglich, glaubwürdige Einschätzungen zu der weiteren Entwicklung der aktuellen Lage zu treffen. Man kann momentan nicht abschätzen, welche Formen dieser Krieg noch annimmt, weswegen wir an dieser Stelle keine Empfehlungen aussprechen möchten.

Quellen:

(Kaack-Terminhandel, 01.03.2022, Weizenpreis – MATIF-Weizen – aktueller Weizenpreis (kaack-terminhandel.de)
(Kaack-Terminhandel, 01.03.2022, MATIF-Mais – aktueller Maispreis | Maiskurs | Mais-Chart (kaack-terminhandel.de))
(Zinke, Agrarheute, 24.02.2022, Kriegsausbruch jagt die Weizenpreise durch die Decke: 330 Euro | agrarheute.com)