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Wie auch im Vormonat werden die Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (World Agricultural Demand and Supply Estimates) in ihrem monatlichen USDA-Bericht von den militärischen Handlungen Russlands in der Ukraine stark beeinflusst, wodurch sich Entwicklungen des Getreidemarktes deutlich schwerer prognostizieren lassen. Eine Zusammenfassung der Entwicklungen versuchen wir Ihnen aber auch für den April zu geben. Erneut liegt hierbei der Fokus auf den globalen Entwicklungen der wichtigsten Getreidesorten und Kulturpflanzen, im Einzelnen: Weizen, Mais, Raps und Sojabohnen.

Handel mit Weizen sinkt erneut

Die globale Weizenproduktion bleibt stabil bei gleichzeitig deutlich steigendem Verbrauch. Weltweit wird weniger gehandelt und auch die globalen Endbestände sinken und befinden sich weiterhin in einem 5-Jahres-Tief.

Der Anstieg des weltweiten Verbrauchs (+3,8 Mio. Tonnen) ist hauptsächlich auf den stark steigenden Verbrauch von Weizen als Nahrung, Saatgut oder zu industriellen Zwecken in Indien zurückzuführen (+4,4 Mio. Tonnen). Ein deutlich geringerer Weizenverbrauch in Brasilien kann diese Entwicklung nicht aufwiegen. Zusätzlich wird von dem US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium ein deutlich geringerer Handel weltweit prognostiziert. Besonders die EU exportiert 3,5 Mio. Tonnen weniger Weizen, weil die Ausfuhr deutlich länger dauert als es erwartet wurde. Bezüglich der Ukraine (-1 Mio Tonnen) wird ebenfalls ein geringerer Export prognostiziert, da das Schwarze Meer zur Ausfuhr aufgrund der Belagerung durch russische Truppen weiterhin nicht genutzt werden kann. Für das Wirtschaftsjahr 2021/ 2022 hat die Ukraine jedoch bereits den Großteil des Weizens verschifft. Steigende Exporte finden neben Russland (+1 Million Tonnen) auch durch Brasilien (+0,8 Mio. Tonnen) und Argentinien (+0,5 Mio. Tonnen) statt, können aber den schrumpfenden Handel ausgehend von der EU und der Ukraine nicht ausgleichen. Verschiedene Länder des mittleren Ostens haben darüber hinaus mehr als 1 Mio. Tonnen weniger Weizen importiert. Die globalen Lagerendbestände wurden um über 3 Mio. Tonnen gesenkt und befinden sich somit weiterhin in einem 5-Jahres-Tief. Diese Entwicklung lässt sich auf Indien zurückführen, deren Endbestände um fast 4,5 Mio. Tonnen reduziert wurden.

Der Weizenpreis an der Matif ist nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes wieder deutlich angestiegen: von 363 auf 372 Euro und befindet sich derzeit sogar bei 375 Euro (Stand: 11.04.2022). Im Vergleich zum Vormonat, in dem beinahe die 400-Euro-Marke erreicht wurde, ist der Preis jedoch gesunken.

Maisproduktion steigt stark

Im Vergleich zum Vormonat wird mit einem Anstieg um 4,3 Mio. Tonnen eine deutlich höhere Produktion prognostiziert. Ursache sind größere Erntemenge in Brasilien (+2 Mio. Tonnen) und der EU (+0,7 Mio. Tonnen), aber auch in Indonesien und Pakistan. Der Anstieg der Erntemenge der EU lässt sich größtenteils auf Deutschland, Tschechien und Rumänien zurückführen.

Hinsichtlich des Handels findet jedoch ein weiterer Rückgang statt. Für China wird sowohl eine um 3 Mio. Tonnen geringere Importmenge prognostiziert als auch ein geringerer Verbrauch derselben Menge. Exporte von Mais aus der Ukraine sinken deutlich um 4,5 Mio. Tonnen und können auch durch höhere Exporte aus Brasilien (+1,5 Mio.Tonnen) und Kanada (+ 0,8 Mio. Tonnen) nicht ausgeglichen werden. Der geringere Export aus der Ukraine entspricht dem dort stark gestiegenen Verbrauch (+2,3 Mio. Tonnen) sowie dem erhöhten Endbestand (+2,2 Mio. Tonnen). Insgesamt ist der globale Endbestand um ca. 4,5 Mio. Tonnen angestiegen.Im letzten Monat sind die Maispreise aufgrund der geopolitischen Krise in der Ukraine um ca. 100 € angestiegen und erreichten fast 350 € pro Tonne. Diese Entwicklung hat sich nicht fortgesetzt und der Maispreis pendelt sich momentan bei ca. 325 € ein.

Sojapreis schießt in die Höhe

Die prognostizierte Erntemenge von Sojabohnen ist erneut rückläufig. Nach einem zusammengerechneten Rückgang von 28 Mio. Tonnen in den letzten 3 Monaten, sinkt die Produktion erneut um über 3 Mio. Tonnen. Ernterückgänge in Brasilien (- 2 Mio. Tonnen) und Paraguay (- 1,1 Mio. Tonnen) sind ausschlaggebend dafür. Diese Ernterückgänge sorgen auch für einen geringeren Handel, sodass aus diesen beiden Ländern zusammengerechnet fast 3,5 Mio. Tonnen Sojabohnen weniger exportiert werden. Auch eine steigende Ausfuhrmenge aus den USA (+0,7) kann den Rückgang des Handels nicht aufhalten. Der Import nach China und Argentinien ist ebenfalls stark gesunken. Die globalen Endbestände sind nur leicht gesunken, da Entwicklungen aus Brasilien (+0,6) und Argentinien (-0,7 Mio. Tonnen) sich nahezu ausgleichen.

Zuletzt war der Preis der Sojabohnen an der amerikanischen Börse in Chicago (CBoT) eher rückläufig, nach Veröffentlichung des USDA-Berichts schoss der Preis aber wieder in die Höhe und stieg an nur einem Tag um über 40 US-Dollar auf 1689 US-Dollar.

Rapspreis steigt weiter

Nachdem der Rapspreis in den letzten Monaten bereits immer weiter gestiegen ist, lässt er auch in diesem Monat nicht nach. Rapsöl wird häufig als Ersatzprodukt für Sonnenblumenöl verwendet, welches im Zuge des Krieges weniger produziert wurde. Das führt zu Unterversorgungen von Sonneblumenschrot und Sonneblumenöl in China, Indien, der EU und der Türkei. In Indien wird dieser Rückgang durch höhere Sojaölimporte versucht auszugleichen, in der EU durch den Import von Sojabohnen und in der Türkei durch den Import von Sojaschrot. In China wird vermehrt Palm- und eben Rapsöl importiert. Dieser höhere Bedarf führt zu einem anhaltend steigenden Preis von Raps. Schon nach Veröffentlichung des USDA-Berichts vom März berichteten wir von einem starken Anstieg. Damals befand sich der Preis bei knapp unter 900 Euro. Mittlerweile ist er auf über 960 Euro und somit um weitere 7% angestiegen.

Empfehlungen für Sie:

Die immer noch angespannte Situation auf dem Getreidemarkt ist nicht zuletzt abhängig von den Entwicklungen der geopolitischen Krise in der Ukraine. Einschätzungen darüber zu treffen, entsprechen aber nicht unserem Fachbereich, weswegen wir hierzu keine Empfehlung aussprechen können.

Nichtsdestotrotz lässt sich ein steigender Preis für Sojabohnen über die letzten Monate erkennen. Falls Sie noch Soja-Saatgut benötigen, aber bei den derzeit steigenden Preisen eher vorsichtig sind, können wir Ihnen empfehlen, in dem Webshop der Deutsche Saatgut vorbeizuschauen. Dort gibt es viele Sofortkauf-Angebote für Soja-Saatgut. Vielleicht ist ja auch etwas für Sie dabei! Über einen Klick auf den folgenden Link kommen Sie direkt zu dem Webshop der Deutsche Saatgut:

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Quellen:

(Kaack-Terminhandel, 11.04.2022, Weizenpreis – MATIF-Weizen – aktueller Weizenpreis (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 11.04.2022, MATIF-Mais – aktueller Maispreis | Maiskurs | Mais-Chart (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 11.04.2022, Rapspreis – MATIF-Raps – aktuelle Rapspreise | Rapskurs (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 11.04.2022, CBot-Sojabohnen – aktuelle Soja / Sojabohnenpreise | Sojakurse | Sojachart (kaack-terminhandel.de))
(US Department of Agriculture, WASDE Report | USDA)
(Zinke, Agrarheute, 08.04.22, Getreidepreise: Wilde Preissprünge nach USDA-Report | agrarheute.com)