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Knapp eine Woche nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes für den Monat Juni, fassen wir für Sie die wichtigsten Entwicklungen des Getreidemarktes zusammen. Wie gewohnt, fokussieren wir uns hierbei vor allem auf Weizen, Mais, Raps und Soja.

Globale Knappheit beim Weizen

Im Vergleich zum Vormonat gab es nur sehr geringe Veränderungen der geschätzten Erntemengen, des Verbrauchs, des Handels sowie der Endbestände von Weizen. Die prognostizierte Erntemenge fällt demnach um ca. 1,4 Mio. Tonnen, bleibt aber mit ca. 773 Millionen Tonnen deutlich unter dem globalen Weizenverbrauch von 786 Millionen Tonnen. Dementsprechend kann man von einer vorliegenden Weizenknappheit sprechen.

Im letzten Monat berichteten wir von einem stark steigenden Weizenpreis an der Pariser Börse MATIF, der knapp unter der 440 Euro-Marke lag. Seither ist der Weizenpreis zwischenzeitlich um ca. 60 Euro gefallen und hat sich mittlerweile bei ca. 392 eingependelt. Diese Schwankungen lassen sich durch die unklaren Exportentwicklungen der Ukraine erklären, da eine Hafenöffnung zur Debatte steht, die es der Ukraine ermöglichen würde angebauten Weizen über das Schwarze Meer nach Europa und Nordafrika zu exportieren. Die unverändert niedrige prognostizierte Exportmenge an ukrainischem Weizen, lässt vermuten, dass das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium eine Hafenöffnung als eher unwahrscheinlich einstuft. Entscheidend für die Entwicklung des Weizenmarktes wird sein, ob ein Export aus der Ukraine in den nächsten Wochen ermöglicht wird oder nicht, da im Vergleich zum Vorjahr derzeit nur mit ca. der Hälfte der Weizenexporte aus der Ukraine gerechnet wird, was immerhin einem Rückgang von 9 Millionen Tonnen entspricht.

Eine weitere relevante Entwicklung ist, dass aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit in Europa ebenfalls weniger Weizen angebaut werden kann. So sollen diese Temperaturen neben Spanien, Rumänien und Ungarn besonders die französische Weizenernte eingeschränkt haben und deutlich reduzieren.

Auch Maismarkt von der Entwicklung in der Ukraine abhängig

Da die Ukraine einer der weltweit führenden Maisproduzenten ist, ist auch der Maismarkt von der Entscheidung über eine mögliche Hafenöffnung stark betroffen. Die globale Maisernte wurde im Juni mit einem Anstieg von über 5 Millionen Tonnen prognostiziert, die sich komplett auf die Ukraine beziehen. Die weltweite Maisproduktion kann aufgrund der neuen Entwicklung fast den globalen Bedarf decken, der ebenfalls etwas nach oben korrigiert wurde. Trotz der erwarteten Produktionssteigerung in der Ukraine in Bezug auf Mais, wird keine Veränderung der Exportmengen aus der Ukraine erwartet. Der Grund dafür ist derselbe wie in Bezug auf den Weizen – eine Hafenöffnung durch Russland wird von dem US-Landwirtschaftsministerium nicht als wahrscheinlich eingestuft. Interessant für die weitere Entwicklung des Maismarktes wird hierbei ob, wie schnell und in welchem Umfang die alternativen Exportrouten über Polen und Rumänien genutzt werden können, um Mais und Getreide nach Europa zu transportieren. 

Die erwartete steigende Produktion von Mais hat zu einer Entspannung des Maispreises an der MATIF geführt. Zu dem Zeitpunkt des letzten USDA-Berichtes befand sich der Maispreis auf einem Allzeit-Hoch, ist seitdem aber zwischenzeitlich um 50 Euro gesunken und hat sich seit der Veröffentlichung des USDA-Berichts vom Juli bei ca. 335 Euro eingependelt.

Rapspreise im freien Fall

In den letzten Monaten erreichte der Rapspreis mehrere Rekordwerte und stieg innerhalb einer Woche nach der Veröffentlich des USDA-Berichtes im Mai auf fast 880 Euro an der Pariser MATIF. Die steigenden Preise haben dazu geführt, dass weltweit mehr Raps angebaut wird, sodass beispielsweise auch Kanada 20 Millionen Tonnen Raps anbaut, nachdem die letzte Rapsernte nicht erfolgreich war. Der wachsende weltweite Rapsanbau und die damit einhergehend verbesserte Versorgungslage spiegelt sich unterdessen direkt im Preis wider. Nach den Rekordwerten Mitte Mai, befindet sich der Raps in einem stetigen Abwärtstrend. Zwischen der Veröffentlichung unseres letzten Beitrages zum USDA-Bericht am 17.05. und der Veröffentlichung des USDA-Berichts vom Juni ist der Rapspreis um ca. 90 Euro gefallen und in den letzten Tagen um weitere 30 Euro. Somit ist der Preis innerhalb des letzten Monats um 120 Euro gesunken und befindet sich weiterhin auf einem deutlichen Abwärtstrend. Ob dieser von Dauer ist, muss aber bezweifelt werden, da ein Fortbestehen der hohen Rohölpreise einen allzu starken weiteren Rückgang der Pflanzenöle verhindern würde.

Auch Sojapreise fallen deutlich

Ähnlich wie der Rapspreis ist auch der Preis für die Sojabohne nach der Veröffentlichung des letzten USDA-Berichts im Mai deutlich angestiegen und erreichte in den Folgewoche sogar mit 1.769 US-Cent pro Bushel ein Rekordhoch. Nach der Veröffentlichung des USDA-Berichts für den Juni fiel der Sojapreis aber rasant und befindet sich mittlerweile wieder unter der 1.700-er Marke. Als Gründe dafür werden Inflationssorgen sowie eine erwartete Zinserhöhung genannt. Das US-Landwirtschaftsministerium hat die Prognose der Sojabohnen im Juni nur minimal geändert. Anfangsbestände in Argentinien und Brasilien wurden leicht nach oben und in den USA leicht nach unten korrigiert, was sich in der Entwicklung der prognostizierten Endbestände widerspiegelt. Handel und Verbrauch haben sich indes aber kaum verändert.

Empfehlungen

Grundsätzlich ist es aufgrund der unklaren Situation in der Ukraine, schwierig eine Einschätzung zu den zukünftigen Entwicklungen zu geben. Die weiteren Preisentwicklungen sind teils stark abhängig von einer möglicherweise stattfindenden Hafenöffnung in der Ukraine durch Russland sowie der erfolgreichen Nutzung alternativer Exportrouten wie der Landstrecke über Polen oder Rumänien.

Nichtsdestotrotz versuchen wir Ihnen die bestmöglichen Empfehlungen auszusprechen. Auch wenn die Getreideernte in diesem Jahr bei Ihnen erst Ende Juni oder noch später beginnt, lohnt es sich schon jetzt, ihren Weizen und Mais zum Verkauf bei agrimand auszuschreiben. Unter Anbetracht der jüngsten schwankenden Preisentwicklung, empfehlen wir Ihnen schon jetzt zu verkaufen, um einen weiteren Preisrückgang zu vermeiden. Selbstverständlich beinhaltet das das Risiko, dass die Preise wieder steigen könnten. Genau für den Fall sind die Ausschreibungen auf agrimand aber optimal geeignet. Mit der maximalen Ausschreibedauer von 8 Tagen können Sie schon jetzt Gebote der Händler erhalten und im Falle eventuell stattfindender Preissteigerungen an der Börse können interessierte Händler diese Entwicklungen in ihren Gebote miteinfließen lassen. Falls Sie trotzdem mit den Angeboten nicht zufrieden sein sollten, besteht für Sie keinerlei Verpflichtung, die Angebote anzunehmen!

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Probieren Sie es doch gleich mal aus. Wir freuen uns auf Sie!

Quellen:

(Kaack-Terminhandel, 16.06.2022, Weizenpreis – MATIF-Weizen – aktueller Weizenpreis (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 16.06.2022, MATIF-Mais – aktueller Maispreis | Maiskurs | Mais-Chart (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 16.06.2022, Rapspreis – MATIF-Raps – aktuelle Rapspreise | Rapskurs (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 16.06.2022, CBot-Sojabohnen – aktuelle Soja / Sojabohnenpreise | Sojakurse | Sojachart (kaack-terminhandel.de))
(US Department of Agriculture, WASDE Report | USDA)
(von Weichs, Cropspot, 16.06.22, Marktkompass – Der exklusive Newsletter zum Thema Vermarktung)
(Zinke, Agrarheute, 13.06.22, Getreidepreise steigen kräftig: Dürre in Europa und ein Exportchaos | agrarheute.com)