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Die Vorhersagen des USDA-Berichts für den Monat März werden durch die militärischen Handlungen Russlands in der Ukraine enorm beeinflusst. Die Entwicklungen von Bedarf und Nachfrage nach bestimmten Getreidesorten können dadurch erheblich schwerer abgesehen werden. Trotzdem versuchen wir die globalen Veränderungen des Getreidemarktes bestmöglich für Sie zusammenzufassen. Im Folgenden konzentrieren wir uns besonders auf die Entwicklungen in Bezug auf Weizen, Mais, Sojabohnen und Raps.

Weizenpreis steigt weiter

Kurz zusammengefasst wird erwartet, dass die globale Weizenproduktion sowie die Endbestände im März steigen, gleichzeitig jedoch weniger gehandelt wird.

Die steigende Produktion lässt sich vor allem auf die um 2,3 Mio. Tonnen größere Ernte in Australien zurückführen. Der Handel soll jedoch um 3,5 Mio. Tonnen sinken. In Bezug auf Australien und Indien wird eine Export-Zunahme von insgesamt 3,5 Mio. Tonnen erwartet. Diese enorme Zunahme kann jedoch nicht den stark sinkenden Export von Russland und der Ukraine ausgleichen. Aus der Ukraine werden vermutlich 4 Mio. Tonnen und aus Russland 3 Mio. Tonnen weniger Weizen exportiert als noch im Vormonat, wodurch der globale Handel von 206,7 Mio. Tonnen auf 203,1 Mio. Tonnen fällt. Die Gründe dafür liegen in den Folgen der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. Diese erschwert oder verhindert gänzlich Exporte aus Regionen nahe des Schwarzen Meeres. Die wirtschaftlichen Sanktionen, die gegenüber Russland verhängt wurden, sorgen ebenfalls für sinkende Exportzahlen.

Diese Entwicklungen spiegeln sich auch im Weizenpreis wider. Vor einem Monat lag dieser an der Pariser MATIF noch bei knapp über 260 Euro pro Tonne und Anfang des Monats berichteten wir von einem Anstieg auf über 350 Euro. Zwischenzeitlich wurde die 400 Euro-Marke fast erreicht und mittlerweile befindet sich der Weizenpreis bei knapp unter 385 Euro pro Tonne, jedoch mit steigender Tendenz.

Maispreis pendelt sich bei 350 Euro ein

Zum ersten Mal seit 2 Monaten steigt die Vorhersage der weltweiten Produktion von Mais wieder. In den letzten beiden Monaten ist diese insgesamt um 3,4 Mio. Tonnen gesunken, für den März wird hingegen ein Anstieg von 0,8 Mio. Tonnen prognostiziert. Die Produktion in Brasilien konnte sich stabilisieren und Produktionssteigerungen gab es vor allem in Indien und Russland. Ernterückgänge in Argentinien (-1 Mio. Tonnen) und Südafrika (-0,7 Mio. Tonnen) glichen diese Entwicklung jedoch etwas aus. Die weltweite Maisproduktion soll dementsprechend steigen, während der globale Handel rückläufig ist. Obwohl für die USA ein Exportplus von 2 Mio. Tonnen vorausgesagt wird, kann damit der Rückgang an Exporten von 6 Mio. Tonnen aus der Ukraine nicht ausgeglichen werden. Aufgrund des Exportrückgangs aus der Ukraine sind die dortigen Lagerbestände um fast 3 Mio. Tonnen gestiegen. Auf globaler Ebene sollen die Lagerbestände trotzdem um mehr als 1 Mio. Tonnen sinken. Das lässt sich auf einen deutlichen Rückgang in den USA (-2,5 Mio. Tonnen) und kleinere Rückgänge in Argentinien (-1,4 Mio. Tonnen) und Südafrika (-1 Mio. Tonnen) zurückführen.

Aufgrund der unsicheren derzeitigen Situation, ausgelöst durch den derzeit stattfindenden Krieg und der Tatsache, dass ca. ein Fünftel des weltweiten angebauten Mais aus Russland oder der Ukraine stammen, steigen die Maispreise immer weiter und haben sich im Vergleich zum Vormonat bereits um ca. 100 Euro pro Tonne erhöht. Derzeit befindet sich der Maispreis bei 346 Euro pro Tonne und die weitere Preisentwicklung ist eng gekoppelt an den weiteren Verlauf der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine.

Sojabohnen erleben weiteren starken Produktionsrückgang

In den letzten beiden Monaten fand hinsichtlich der Sojabohnen bereits ein Ernterückgang von insgesamt über 18 Mio. Tonnen statt. Für den März ist ein weiterer starker Produktionsrückgang von fast 10 Mio. Tonnen vorhergesagt, der sich wie schon in den Monaten zuvor auf die anhaltende Trockenheit in Südamerika bezieht. Dadurch wird der geringste globale Lagerendbestand seit sieben Jahren erreicht. Alleine in Brasilien wird ein Produktionsrückgang um 7 Mio. Tonnen prognostiziert und in Argentinien und Paraguay soll die Erntemenge ebenfalls insgesamt um ca 2,5 Mio. Tonnen sinken. Diese Entwicklungen führen dazu, dass weltweit 6 Mio. Tonnen weniger Sojabohnen gehandelt werden. So sinken die Exporte aus Brasilien (-5 Mio. Tonnen) und Argentinien (-1 Mio. Tonnen) am stärksten und können auch durch die steigenden Exporte aus den USA (+1,1 Mio. Tonnen) nicht ansatzweise ausgeglichen werden. Alleine China hat 3 Mio. Tonnen Sojabohnen weniger importiert.

Dieser erneute erhebliche Ernterückgang macht sich auch an dem Preis der Sojabohnen an der Börse in Chicago bemerkbar. Im letzten Monat lag der Preis noch knapp unter 1.550 US-Dollar, ist in der Zwischenzeit aber auf über 1.700 US-Dollar angestiegen und hat damit die Höchstwerte der letzten 5 Jahre eingestellt. Derzeit befindet er sich mit leicht sinkender Tendenz bei ca. 1.650 US-Dollar.

Rapspreis schießt in die Höhe

Da in der Ukraine am meisten Sonnenblumenöl weltweit hergestellt wird und die Versorgung damit momentan sehr ungewiss ist, steigen einige europäische Länder auf Ersatzprodukte wie z.B. Rapsöl um. Das hat zur Folge, dass der Preis von Raps im letzten Monat um über 200 Euro angestiegen ist. Nach der Veröffentlichung des letzten USDA-Berichts im Februar lag der Rapspreis bei ca. 680 Euro pro Tonne und momentan bei knapp unter 900 Euro. Damit ist der Rapspreis innerhalb des letzten Monats um fast ein Drittel gestiegen.

Empfehlungen an Sie

Aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage und deren Auswirkungen auf den Getreidemarkt ist es nur sehr schwer zu prognostizieren, wie sich dieser in der absehbaren Zukunft entwickeln wird. Auf eine Handlungsempfehlung möchten wir daher zum derzeitigen Zeitpunkt verzichten.

Quellen:
(Kaack-Terminhandel, 15.03.2022, Weizenpreis – MATIF-Weizen – aktueller Weizenpreis (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 15.03.2022, MATIF-Mais – aktueller Maispreis | Maiskurs | Mais-Chart (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 15.03.2022, Rapspreis – MATIF-Raps – aktuelle Rapspreise | Rapskurs (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 15.03.2022, CBot-Sojabohnen – aktuelle Soja / Sojabohnenpreise | Sojakurse | Sojachart (kaack-terminhandel.de))
(Proplanta, 15.03.22, Sojabohnenpreis CBoT | proplanta.de)
(US Department of Agriculture, WASDE Report | USDA
(Zinke, Agrarheute, 09.03.22, Der Krieg und die Getreidemärkte – Das sagt das USDA | agrarheute.com)