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Mit etwas Abstand fassen wir auch im Juli die wichtigsten Entwicklungen des Getreidemarktes aufgrund der Veröffentlichung des USDA-Berichtes zusammen und ordnen diese für Sie ein. Der Schwerpunkt liegt dabei erneut auf den wichtigsten Kulturpflanzen wie Weizen, Raps, Mais und Soja.

Weizenpreis sinkt um über 18%

Ein Weizenfeld im Wind. Der Weizenpreis stürzt stark ab.

Im Vergleich zum Vormonat ist der Weizenpreis an der europäischen Terminbörse MATIF um 18% auf 325,50 € pro Tonne gesunken. Vor einem Monat am 16.06. betrug der dort gehandelte Preis noch knapp 400 Euro. Direkt nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes für diesen Monat fiel der Preis um über 11 € auf 341 € pro Tonne. Allerdings ist diese Entwicklung nicht alleine auf die Veröffentlichung des USDA-Berichtes zurückzuführen. Um diesen Zeitraum herum wurde ebenfalls verkündet, dass sich Russland und die Ukraine am 13.07.2022 in der Türkei treffen werden, um die sichere Ausfuhr von ukrainischem Getreide zu besprechen. Am Folgetag diesen Treffens fiel der Weizenpreis erneut um fast 20 Euro auf 325,50 € pro Tonne. Die Ankündigungen dieser Gespräche und die Aussicht auf eine Lockerung der angespannten Getreidelage, ließen die Weizenpreise auf das Vorkriegsniveau fallen.

Europäische Weizenernte nach unten korrigiert

Im USDA-Bericht für den Juli wird die erwartete Weizenernte um fast 2 Millionen Tonnen nach unten korrigiert. In Europa wird sogar ein noch größerer Rückgang erwartet. Neben der um 2 Millionen Tonnen kleineren Ernte aus der europäischen Union, wird ebenfalls der erwartete Wert der Produktionsmenge aus der Ukraine um 2 Millionen Tonnen nach unten korrigiert. Ein Grund für den Ernterückgang aus der EU ist unter Anderem auch die starke Hitze sowie die anhaltende Trockenheit in Europa, wie man in unserem Artikel aus der letzten Woche nachlesen kann. Steigende Erntemenge aus den USA und Kanada können den europäischen Rückgang aber nur teilweise auffangen. Die über den Erwartungen liegende Erntemenge in Kanada führt auch zu steigenden Exporten aus dem Land und somit wird auch der globale Weizenhandel um fast eine Millionen Tonnen nach oben korrigiert. Der globale Verbrauch wurde aufgrund einer sinkenden Nutzung des Weizens als Futtermittel um fast 2 Millionen Tonnen reduziert.

Maisernte bleibt konstant

Ein Maisfeld mit gleichmäßig wachsenden Maispflanzen. Die prognostizierte Erntemenge an Mais bleibt konstant.

Die vom US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium prognostizierte Produktionsmenge von Mais bleibt fast unverändert im Vergleich zum Vormonat. Die um eine Millionen Tonnen sinkende Erntemenge aus Russland, kann durch eine größere Ernte in den USA ausgeglichen werden. Auch wenn die erwartete Erntemenge aus der Ukraine unverändert bei 25 Millionen Tonnen liegt, ist diese um 17 Millionen kleiner als noch im Vorjahr. Der Maispreis ist aber aus denselben Gründen wie auch der Weizenpreis eingebrochen. Nach Veröffentlichung des USDA-Berichts ist der Preis an der Pariser Börse um 9 Euro auf 315 € pro Tonne gefallen. In den darauffolgende Tagen ist der Preis jedoch wieder angestiegen und befindet sich jetzt mit einer steigenden Tendenz bei knapp unter 330 € pro Tonne.

Rapspreis setzt seinen Abwärtstrend fort

Bereits im Anschluss an den USDA-Bericht im Juni haben wir davon berichtet, dass sich der Rapspreis aufgrund der verbesserten Versorgungslage im freien Fall befinde und dass der Preis für Raps binnen eines Monats um 120 Euro gesunken ist. Mitte Juni befand sich der Rapspreis dementsprechend bei rund 765 Euro pro Tonne an der MATIF. Mitte Juli befindet er sich nun bei ca. 675 Euro pro Tonne und ist dementsprechend erneut um 90 € gesunken. Auch diese Entwicklung lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausschließlich auf den USDA-Bericht zurückführen, sondern die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland werden auch diesbezüglich einen Einfluss auf diese Entwicklung haben.

Deutlicher Rückgang der Sojabohnenernte in den USA 

Ein Feld, auf dem Sojabohnen angebaut werden. In den USA ist die Produktionsmenge deutlich zurückgegangen.

Als eines der führenden Anbauländer in Bezug auf Sojabohnen, ist die erwartete Erntemenge der USA aufgrund des USDA-Berichtes vom Juli um 4 Millionen Tonnen nach unten korrigiert worden. Das entspricht auch der globalen Entwicklung der prognostizierten Produktionsmenge. Der globale Handel ist ebenfalls rückläufig und um 1,4 Millionen Tonnen geringer als noch im Vormonat erwartet. Auch diese Entwicklung lässt sich aus der geringeren Erntemenge in den USA ableiten. Der Preis für Sojabohnen an der Börse in Chicago ist nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes um über 50 Cent auf 1.468 Cent pro Bushel gesunken. Eine Woche später hat sich der Preis aber wieder stabilisiert und liegt derzeit bei 1497 Cent pro Bushel.

Empfehlungen

Die Entwicklungen rund um den Getreidemarkt sind maßgeblich von dem Ausgang der Gespräche zwischen Russland und der Ukraine abhängig. Diesbezüglich lässt sich schwer eine Tendenz ausmachen, weswegen wir an dieser Stelle davon absehen, Empfehlungen darüber abzugeben, wie Sie am besten auf die derzeitige Situation reagieren. Vieles ist Spekulation und die Preisentwicklungen sind nur schwer zu prognostizieren.

Quellen:
(Kaack-Terminhandel, 19.07.2022, Weizenpreis – MATIF-Weizen – aktueller Weizenpreis (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 19.07.2022, MATIF-Mais – aktueller Maispreis | Maiskurs | Mais-Chart (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 19.07.2022, Rapspreis – MATIF-Raps – aktuelle Rapspreise | Rapskurs (kaack-terminhandel.de))
(Kaack-Terminhandel, 19.07.2022, CBot-Sojabohnen – aktuelle Soja / Sojabohnenpreise | Sojakurse | Sojachart (kaack-terminhandel.de))
(US Department of Agriculture, WASDE Report | USDA)
(Zinke, Agrarheute, 12.07.22, Getreidepreise: Heftiger Preissturz nach USDA-Report & Ukraine-Treffen | agrarheute.com)